„Funktionales Früchte-Konfekt“ (die Riegel-Alternative)
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ab und zu habe ich Lust auf etwas Süßes. Aber es soll nach meinen aktuellen Vorgaben keinen Industriezucker und Konservierungsmittel enthalten. Deshalb habe ich folgendes Rezept erarbeitet.
Rezeptur:
100 – 200 g Leinsamenmehl (teilentölt): Die Menge hängt vom Wassergehalt der Früchte ab!
50 g Ghee: Der Fett/Öl-Anker.
60 g zarte Haferflocken: Dienen als weiche Volumen-Komponente und unterstützen die Bindung.
120 – 130 g Apfelmus (mit Pektin-Sud): Die Masse ist sonst zu trocken.
200 g Dörrpflaumen, getrocknete Apfelsinen, Rosinen (sehr fein gehackt): Die natürliche Süßungs-Basis mit hohem Polyphenol-Gehalt.
Alternativ: weniger Masse an Pflaumen, Apfelsinen und Rosinen, dafür etwas fein gehackte Walnusskerne.
1 TL Ceylon-Zimt: Zur Unterstützung der Verdauung. Alternativ: 1 knappe MSp. Cassia-Zimt
Zubereitung
Vorbereitung der Frucht-Basis: Die Dörrpflaumen, Apfelsinen und Rosinen aus dem Supermarkt sind wahrscheinlich geschwefelt, (Rosinen zudem geölt). Deshalb übergießt man sie in einem Sieb mit kochendem Wasser und lässt sie danach in heißem Wasser ziehen. Das Wasser wird weggegossen und die Früchte abgetupft. Die Früchte danach sehr fein hacken und anschließend mit dem Apfelmus vermengen. Durch das Einrühren der Früchte in das Mus beginnen diese, ihre Feuchtigkeit an die Pektine abzugeben, was die Bindung des späteren Konfekts verbessert.
Das Ghee vorsichtig erwärmen, bis es flüssig ist, zusammen mit dem Zimt zur Frucht-Mus-Mischung geben und alles zu einer homogenen Emulsion verrühren. (oder die Map. Cassia-Zimt)
Das Leinsamenmehl und die zarten Haferflocken zur Mischung geben und gründlich verkneten. Sie sollte nun die Konsistenz eines geschmeidigen, formbaren Teiges annehmen.

Quellphase: Die Masse abgedeckt etwa 20 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Dies ist der entscheidende Schritt, damit die Haferflocken und das Leinsamenmehl die Feuchtigkeit des Apfelmuses vollständig aufnehmen und die Matrix stabilisieren.
Die Masse Portion für Portion auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech auf die gewünschte Dicke ausrollen. Dazu forme ich mit den Händen mitteldicke Würste, die ich mit Backpapier bedecke und dann mit einem zylinderförmigen Glas zu einer gleichmäßigen Bahn ausrolle. Aus dieser Bahn steche ich mit einem Glas (ab und zu mit etwas Ghee den Rand bestreichen) runde Scheiben (etwas kleiner als die Oblaten).




Sanfte Trocknung: Das Konfekt bei ca. 140 °C (Umluft) für etwa 20 Minuten backen. Es geht hier nicht um eine knusprige Textur, sondern um das sanfte Fixieren der Matrix.
Schnitt und Auskühlung: Lassen Sie die fruchtige Konfektmasse nach den 20 Minuten Backzeit im Ofen ganz kurz abkühlen, bis sie nicht mehr kochend heiß, aber noch formbar und warm ist. Wenn Sie die Masse nun zwischen zwei Oblaten pressen, absorbiert das hauchdünne Stärkegewebe der Oblate die minimale, austretende Feuchtigkeit der Früchte. Dadurch verbindet sich die Oblate perfekt und ohne zu verrutschen mit dem Konfekt, bleibt aber zart im Biss. Sollten die Früchtetaler zu trocken sein, um die Oblate zu halten, kann man diese (noch warm) mit einem Pinsel oder einem Handsprüher leicht anfeuchten.

Für die Verdauungssteuerung ist dies der optimalste Weg: Die Oblate schmilzt durch den Speichelfluss im Mund sofort dahin, während das mürbe, thermisch aufgeschlossene Strukturgefüge der getrockneten Früchte dem Magen-Darm-Kanal kaum noch Arbeit macht und die wertvollen Zellschutzstoffe ohne metabolischen Kraftaufwand resorbiert werden können.
Dieses Konfekt zeichnet sich durch eine sehr langsame Freisetzung der Energie aus. Während industrielle Riegel oft zu kurzfristigen Blutzuckerspitzen führen, fungiert das Konfekt als stabiles Energiedepot. Die Kombination aus den Schleimstoffen des Leinsamens, den Pektinen des Apfels und der natürlichen Faserstruktur der Dörrfrüchte garantiert eine belastungsfreie Verdauung und eine langanhaltende Sättigung.
Selbstverständlich kann man den Teig auch zu kleinen Stiften oder Kügelchen rollen und dann trocknen. Auf alle Fälle sollten die Fertigen Stücke in einer luftdichten Box, und wenn sie lange halten sollen, im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Guten Appetit!
